Praxis-Papier, entstanden im Zusammenhang mit dem Workshop-Beitrag "Intersektionalität in der politischen Aktion"

Allgemeine Tipps zur Durchführung von Mars-TV

Teilnehmende:

2 Personen als ModeratorInnen
2 Personen für den Bildschirm
1 Person für den Verstärker

Auftreten:

Die ModeratorInnen führen, d.h. bestimmen, wohin gegangen und wer angesprochen wird. Der Bildschirm folgt, d.h. wird immer so positioniert, dass er optimal von umstehenden PassantInnen einzusehen ist. Die Leute am Bildschirm konzentrieren sich ncht auf die Inhalte der ModeratorInnen sondern nur auf die Ausrichtung des Bildschirms (Höhe, Abstand...)

Der Verstärker wird in der Nähe des Bildschirms so platziert, dass er die PassantInnen beschallt. Am besten Personen für das Interview aussuchen, die schon stehen, neugierig schauen oder sonst wie leicht in eine statische Situation zu bringen sind.

ModeratorInnen/Gesprächsführung:

Grundsätzliche Haltung ist, dass wir vom Mars kommen und das hier auf der Erde ALLES nicht kennen. Entsprechend hinterfragen wir scheinbare Normalitäten und Selbstverständlichkeiten interessiert und ggf. penetrant. Grundsätzliches Ziel ist es, herrschende Diskurse als widersprüchlich/gefährlich/ausgrenzend usw. zu entlarven oder die herrschende Ordnung und ihre RepräsentantInnen als lächerlich zu entlarven. Toll: Jede Frage transportiert auch einen Inhalt, wenn der Fokus nämlich auf eine im Alltag nicht/wenig beachtete Stelle gelenkt wird. Emanzipatorische Inhalte können in Ausnahmefällen auch explizit angeführt werden (z.B. "Nach unseren Recherchen ist es auf der Erde so, dass...") - soll aber nicht zu belehrungslastig sein.

Die Mod schauen immer wieder durch den Bildschirm zum Publikum, um mit diesem auch optisch im Kontakt zu bleiben.

Die Mod wechseln sich ab (z.B. wenn eine merkt, die andere kommt gerade nicht weiter oder eine nicht mehr kann/mag).

Die Mod macht die Gesprächsführung. Entsprechend bestimmt sie die Fragen/Themen/ usw. Die Mod bestimmt, wie lange eine Interviewte antworten darf.

Unterbrechungen sind erlaubt und manchmal erforderlich (Leute sollen ja keine Bühne bekommen, irgendeine Scheiße zu erzählen, d.h. bestehende Diskurse einfach zu reproduzieren).

Die Mod versuchen, Tempo in den Interviews zu halten. Entsprechend sollten die Interviewsequenzen kurz gehalten werden, z.B. indem die Mod ein Stichwort einer Interviewten aufgreifen, um damit ansatzlos auf eine nächste PassantIn zuzugehen und diese damit weiter zu interviewen.

Vorbereitung:

Bildschirm, mindestens vier Marsverkleidungen, transportabler Verstärker mit Funkmikro.

Als günstig hat es sich erwiesen, die Knackpunkte im Diskurs, die problematisiert werden sollen, vorher zusammenzutragen. Auch könnten mögliche Gesprächsverläufe (Frage/Antwort) mal durchgespielt werden. Hilfreich ist auch, einen Ausstieg für jede (heikle) Situation parat zu haben, um das Gespräch an jeder beliebigen Stelle unterbrechen zu können (z.B. "Oh, ich höre gerade von der Redaktion, dass wir zurück ans Studio geben müssen. Schalten sie wieder, wenn...").