Über unser wöchentliches Treffen hinaus gibt es bei Interesse auch noch Klein- und Arbeitsgruppen, die sich mit ausgewählten Themen beschäftigen.

Einige dieser Gruppen treffen sich auch über längere Zeiträume, um kontinuierlich zu einzelnen Themen zu arbeiten. Diese Arbeitsgruppen sind grundsätzlich offen und eine Teilnahme daran ist nicht abhängig von einer regelmäßigen Mitarbeit beim Plenum.

Nur wenige dieser Arbeitsgruppen haben mal einige Zeilen zu Ihrer Arbeit formuliert. Neben Beschreibungen der Arbeitsgruppen, haben wir hier auch Publikationen der AGs und interne Werkstattpapiere verlinkt. Diese Texte wurden oft nicht im Plenum besprochen und geben daher nicht immer die Meinung der gesamte Gruppe wieder - zu Gunsten der Vielfältigkeit von und innerhalb von Schöner Leben Göttingen.

Kritik (keine) Kinder kriegen
AG Bierdeckel gegen sexistische Gewalt
Projekt NutziGem
Diskussionszusammenhang Organisierung von unten
Arbeitsgruppe "Arbeit"
Ökonomisches Frühstück
Schöner Lernen


Kritik (keine) Kinder kriegen

In den letzten Jahren wird in der bürgerlichen Presse, in den politischen und wirtschaftlichen Eliten wieder einmal über die Frage der gesellschaftlichen Reproduktion geredet. Die Schlagworte sind "Demographie", "Alterung der Gesellschaft", "Rentenproblem" u.ä. Schon auf den ersten Blick ist klar, dass hier absurde Widersprüche zu Tage treten. Auf der einen Seite Abschottung und militiärische Verteidigung der Grenzen gegenüber MigrantInnen, Ausgrenzung von Arbeitslosen und anderen "Überflüssigen", auf der anderen Seite die Angst um Nachwuchs und geringe Geburtenraten von AkademikerInnen. Auf der einen Seite sollen wir flexibel und zum Konkurrenzkampf bereit sein, also ein erfülltes Leben nicht in persönlichen Beziehungen suchen, auf der anderen Seite werden uns das Modell heile Familie und eigene Kinder zur Sinnstiftung nahe gelegt.

(Keine) Kinder kriegen ist also keine Privatangelegenheit. Genauso wie der (nicht) vorhandene Kinderwunsch auf persönlichen Motiven beruht, schlagen sich in der Entscheidung für oder gegen Kinder auch gesellschaftliche Strukturen und Diskurse nieder.

Inwiefern handelt es sich bei dem Problem um einen typischen Fall von moderner Herrschaft, bei der die Freiheit zur eigenen Entscheidung betont wird, und dennoch der Druck, sich 'passend' zu den herrschenden Normen zu verhalten, erhöht wird? Muss nicht jede Form von Bevölkerungspolitik als Herrschaft über den Körper der Frau delegitimiert werden? Welches emanzipatorische Potential haben feministische Initiativen zur Selbstbestimmung in der Kinderfrage heute? Und: Wie würde eine (utopische) Gesellschaft aussehen, die nach größtmöglicher Selbstbestimmung bei der Entscheidung für oder gegen das Kinderkriegen strebt? Seit Anfang 2006 beschäftigen wir uns mit diesen und anderen Fragen.


AG Bierdeckel gegen sexistische Gewalt

Die AG 'Bierdeckel gegen sexistische Gewalt' hat sich recht schnell in die breiter getragene Initiative "antisexistisch kneipen" aufgelöst. Die Beteiligten wollten eine Struktur, die nicht mit dem Label einer Gruppe verbunden ist.

Erste und bislang einzige Aufgabe ist die Produktion und Verbreitung von Bierdeckeln. Mit den Bierdeckeln soll der Blick für sexistische Übergriffe und Gewalt gegen Frauen in der Öffentlichkeit geschärft werden. Die Bierdeckel sollen eine Aufforderung zur direkten Intervention sein und angemessene Verhaltensweisen vorschlagen. Es gilt, Frauen zu stärken und Tätern den durch kollektives Schweigen und Wegschauen entstehenden Schutz zu entziehen. Sich in punkto sexistische Gewalt auf Polizei und Recht zu verlassen ist weder erfolgversprechend noch mit dem Ziel einer herrschaftskritischen Gesellschaft zu vereinbaren, was aber wiederum auch nicht heißt, im Ernstfall um jeden Preis auf die Hilfe der Staatsbüttel zu verzichten.

Die Bierdeckel und Hinweise zur Unterstützung der Aktion finden sich hier.


Projekt NutziGem

Im Frühjahr 2003 haben wir ein Projekt initiert, dass unsere utopischen Überlegungen in die Tat umsetzen soll. NutziGem ist der Versuch, ein internetbasiertes System zu erstellen, mit dem Ressourcen (Dinge, Strukturen, Dienste etc.) in frei zu bildenden Gemeinschaften zur Verfügung gestellt und verwaltet werden können. Angestrebt und umgesetzt wird eine bedürfnisbasierte Ökonomie, in der der Zugang zu Ressourcen nicht von der individuellen Verfügung über finanzielle Mittel abhängt. Das System unterstützt erste und für alle gangbare Schritte in Richtung Gratisökonomie.

Neben einigen von Schöner Leben Göttingen beteiligen sich an der Umsetzung Menschen aus anderen Orten, allerdings sind es insgesamt nur wenige und daher geht die Arbeit auch nur langsam voran. Gleichwohl gibt es bereits eine erste Version des Programms und wir wollen in 2006 die erste NutziGem in Göttingen gründen.

Die Konzeptpapiere, To-Do-Listen, Foren, Zugänge zur Mailingliste etc. sind auf den aktuellen Seiten des Projekts dokumentiert:

NutziGem Mailingliste

Interaktive (Wiki) Website mit wachsendem Infostand

Konzeptpapiere zur Version 1.0 (sog. 'Göttinger Konzept')

Papiere zu Version ZwoNull/2.0/ (dezentrales Modell)


Diskussionszusammenhang Organisierung von unten

In unregelmäßigen Abständen, wechselnder Zusammensetzung und aufgabenbezogen trifft sich der Diskussionszusammenhang Organisierung von unten. Die Initiativen zu den verschiedenen Projekten kamen oft aus dem bundesweiten Netzwerk Hoppetosse und dem Umfeld der Projektwerkstatt Saasen. Die Gruppe will die Formen und Methoden einer linksradikalen Organisierung unter die Lupe nehmen und dazu Vorschläge erarbeiten. Es folgen Hinweise auf zwei Produkte, an deren Entstehung sich der Diskussionszusammenhang beteiligt hat.

Hinweisen wollen wir insbesondere auf den HierarchNIE!-Reader. In ihm werden Grundlagen und Methoden einer auf Dominanzabbau, Emanzipation, Kreativität und Effizienz gerichteten Arbeitsweise in politischen und anderen Zusammenhängen diskutiert. Vieles davon wurde auch schon bei Schöner Leben Göttingen ausprobiert und weiter entwickelt. Der Reader ist als Nachschlagewerk tauglich, gedruckt und als kostenloser Download zu beziehen, siehe: HierachNIE!-Reader.

Eine andere Aufgabe war das Lektorat des von Jörg Bergstedt verfassten Buches "Mythos attac. Hintergründe, Hoffnungen, Handlungsmöglichkeiten." Das Buch leistet auf der Basis eines genauen Quellenstudiums eine kritische Analyse der Gründe für den Erfolg der Organisation, ihrer Ziele und Inhalte sowie ihrer Struktur. Herausgearbeitet werden sowohl die Methoden instrumenteller Herrschaft, als auch die vorwärtsweisen Aktionsmethoden und Organisierungsansätze im Rahmen von Attac. Zudem werden Perspektiven für eine Organisierung von unten aufgezeigt, die nicht nur für Gruppen aus Attac-Zusammenhängen interessant sind. Die persönlichen Rückmeldungen von Attacis, die uns dazu erreicht haben, sind übrigens sehr unterschiedlich. Sie bewegen sich zwischen dem Vorwurf der Einseitigkeit und Hinweisen, dass die Ausführungen für die Arbeit in Attac bereichernd sind.


Arbeitsgruppe "Arbeit"

Etwa seit Februar 2002 gibt es bei Schöner Leben Göttingen auch eine AG zum Thema "Arbeit", die wir hier vorstellen wollen.

Diese AG beschäftigt sich grundlegend mit Arbeit & Nicht-Arbeit, Reproduktion, Arbeits- und Lebensutopien usw., liest und diskutiert dazu Texte und formuliert eigene Vorstellungen.

Selbstverständnis

Wir meinen, daß Arbeit in der kapitalistisch verfaßten Gesellschaft nicht zu selbstbestimmtem (herrschaftsfreien?) Zusammenleben beiträgt. Menschen sind tätig unter Bedingungen, die sie nicht selbst bestimmen können. Der Zwangscharakter der Arbeit und die damit einhergehende Entfremdung sind offensichtlich.

Begriff und Inhalt von Arbeit grenzen wir ab zum "Tätig-Sein" - selbstbestimmte Tätigkeiten und Beschäftigungen, die nötig sind, aber auch Möglichkeiten und Sinngebung für den Menschen beinhalten.

Ungeklärt ist, ob sich das mit dem Arbeitsbegriff deckt oder nicht; ob etwa der Begriff "Arbeit" per se abzulehnen und nicht mehr verwendet werden sei. (Für diesen Text ist uns noch nichts überzeugend Besseres eingefallen, und deswegen wimmelt es nur so von "Arbeitsgruppe" und "arbeiten". Vielleicht fällt euch ja was dazu ein.).

Texte und Diskussionen

Bislang haben wir uns besonders mit Texten der Krisis-Gruppe (vgl. hierzu insbesondere den Text "Manifest gegen die Arbeit")sowie der kritischen Rezeption dieses Ansatzes, sowie mit Texten der Gruppe FelS und verschiedenen Beiträgen zum Thema Existenzgeld auseinandergesetzt.

Sehr anregend finden wir die FAU-Broschüre "Hauptsache Arbeit? Zum Verhältnis von Arbeit und menschlicher Emanzipation" von Ludwig Unruh (Moers 2000; zu beziehen über Syndikat A, E-mail: syndikat-a@fau.org)

 

"Hauptsache Arbeit" ist ein gelungener Rundumeinstieg in eine emanzipatorisch-kritische Betrachtung des Themas "Arbeit". Es wird der (heutige) Arbeitsbegriff problematisiert und gezeigt, wie sich der Gehalt von Arbeit historisch verändert hat. Dem Siegeszug der Arbeit v.a. unter kapitalistischen-modernen Vorzeichen setzt er aber auch Widerstände der Arbeitenden entgegen, um am Schluß einen utopischen Gegenentwurf zu skizzieren.

 

Ein Quell steter Freude sind auch die Veröffentlichungen und Aktionen der "Glücklichen Arbeitslosen" (nachzulesen auch in: Guillaume Paoli (Hg.): Mehr Zuckerbrot, weniger Peitsche. Aufrufe, Manifeste und Faulheitspapiere der Glücklichen Arbeitslosen, Berlin 2002).

Die Glücklichen Arbeitslosen sind eine Gruppe von Menschen ohne festes Erwerbsarbeitsverhältnis. Ihre Philosophie geht etwas verkürzt in etwa wie folgt: Es gibt gut 5 Millionen Arbeitslose, und die Politik ist ratlos: Jobs gibt es nicht und irgendwie weiß sie auch nicht, wie wohl welche zu schaffen wären. Da trifft es sich gut, das viele Menschen ohne Arbeit eigentlich auch gar nicht arbeiten wollen. Insofern wäre es sinnvoll, ihren Status als Nicht-Arbeitende gesellschaftlich wie finanziell anzuerkennen. Sie wollen keine Arbeit, sondern Geld und ihre Ruhe. Und werben dafür offensiv. Insofern sind sie in einem gewissen Sinne realpolitisch unterwegs: Sie warten nicht auf den Sanktnimmerleinstag (oder wahlweise die Revolution), sondern fordern hier und heute Dinge, die sie vom System haben wollen.

 

Danach haben wir das Thema Arbeit stark in utopischer Perspektive diskutiert, mithilfe eigener und fremder Texte und Ideen versucht zu entwickeln, wie Arbeit (und Leben) in einer herrschaftsfreien Gesellschaft aussehen könnten.

Eine wichtige Möglichkeit antihierarchischer Praxis wäre etwa Einkommensgleichheit, d.h. jede(r) bekäme unabhängig von der individuellen Tätigkeit ein zum Leben ausreichendes gleiches Einkommen. Natürlich könnte sich ein emanzipatorischer Prozeß nicht auf eine solche 'geldwerte' Maßnahme beschränken, aber wir meinen schon, daß die unterschiedliche Bezahlung von Tätigkeiten prinzipiell objektiv nicht zu begründen ist. Und böte es angesichts des derzeitigen sozialpolitischen Kahlschlags nicht an, Nägel mit Köpfen zu machen?

Hilfreich waren in diesem Zusammenhang auch der klassische Text "Was ist Sozialisierung? Ein Programm des praktischen Sozialismus.." von Karl Korsch (nachzulesen in: ders.: Rätebewegung und Klassenkampf. Gesamtausgabe Band 2, Frankfurt/Main 1980, S. 97-134) sowie "Das utopische Klo" von Annette Schlemm.

 

Karl Korsch diskutiert in "Was ist Sozialisierung" den Widerspruch zwischen den Bedürfnissen der Produzierenden und den Bedürfnissen der Konsumierenden. In der Einleitung umschreibt Michael Buckmiller seine Thesen wie folgt: "Ist der allgemeine Wille zur Sozialisierung vorhanden, dann sozialisiere so, daß die Interessen der unmittelbaren Produzenten niemals in Widerspruch geraten zu den Interessen der Allgemeinheit, sondern beide stets eine Einheit bilden können."


Das utopische Klo" ist die Beschreibung einer utopischen Welt - aus der Perspektive einer Toilette. Aufhänger für diese Darstellungsweise ist der Satz, nach dem sich jede Utopie daran messen lassen muss, wie das Problem des Klo-Putzens gelöst ist. Das Klo erzählt mit seiner auch die Geschichte der sozialen Transformation in der Welt, aus der es kommt. Allerdings verbleibt die Vision doch noch recht stark im technischen (neue technologische Entwicklungen lösen die Probleme) und gibt über soziale Problemlösungsstrategien keinerlei Hinweise.

 

Hier haben wir aber vor allem versucht, eigene Vorstellungen zu formulieren. Zu diesem Zwecke haben wir in schlechter alter sozialwissenschaftlicher Manier einige Schaubilder erstellt, die bei Interesse gerne per mail angefordert werden können.

Wir konnten uns ganz grundsätzlich auf einige zentrale Punkte verständigen:

- Grundlegend wäre die Ausrichtung von Produktion und Konsumtion an den Bedürfnissen der Produzierenden und Konsumierenden.

- Dabei sind wir ganz optimistisch, daß beides unter einen Hut zu bringen wäre (z.B. über starken Austausch über diese Bedürfnisse, über "andere" Produkte, andere Formen der Verteilung (NutzerInnengemeinschaft, Umsonstläden etc.)

- Den Widerspruch zwischen individuellen und kollektiven Interessen konnten wir allerdings letztlich nicht lösen (und das ist theoretisch vielleicht sowieso nicht möglich).

- Darüber hinaus waren wir uns auch darüber im klaren, dass eine "bessere Welt" sich nicht lediglich durch eine andere Form der Bedürfnisbefriedigung auszeichnet. Auf Probleme in anderen Bereichen (Geschlechterverhältnisse, Multikulturalismus etc.) sind wir allerdings aufgrund der thematischen Ausrichtung der AG nicht eingegangen.

Neben diesen Textdiskussionen beschäftigen wir uns immer auch mit eigenen Vorstellungen und Problemen. So besprechen wir bei unseren Treffen auch mal die Probleme, die jede/r individuell mit Arbeit / Arbeitenmüssen / Keine Arbeit haben hat(te).

Publikationen

Wir setzen uns in der AG aber nicht nur mit interessanten fremden und eigenen Anregungen auseinander. Es ist uns schon zweimal gelungen, die TeilnehmerInnen der 1.Mai-Veranstaltung mit Flugblättern zu erfreuen.

Im Flugblatt, das zum 1. Mai 2002 erschienen ist, begründen wir nicht nur, warum Erwerbstätigkeit keine Freude ist, sondern auch, warum andere, um die Arbeitssphäre gelagerte ,Existenzweisen' (Arbeitslose, Hausmenschen, RenterInnen, SchülerInnen) nicht das sind, was wir uns unter ,schöner leben' vorstellen.

Zu diesem Flugblatt gab es neben viel Lob auch einige Kritik. So wurde vor allem der herablassende Ton bemängelt, mit dem ein Häuflein Studierender auf den erwerbstätigen und den verrenteten Teil der Bevölkerung (zumindest verbal) eindrischt. So war das natürlich nicht von uns gedacht. Es sollte vielmehr geschildert werden, inwieweit unterschiedlichste Bevölkerungsgruppen unter dem Mythos "Arbeit" zu leiden haben. Eine persönliche Diffamierung einzelner Gruppen war keineswegs geplant und liegt auch nicht im Interesse der Arbeitsgruppe.

Das Flugblatt zum 1. Mai 2003 versucht, einen konkreten Gegenentwurf zur Arbeitsgesellschaft zu beschreiben. Die fiktive Abkehr von bisherigen Sachzwang-Argumentationen führt hier zu einer vollkommen neuen, und wie wir meinen lebenswerteren gesellschaftlichen Organisation.

Perspektiven

Die Themen, mit denen wir uns beschäftigen, richten sich immer nach den artikulierten Interessen der TeilnehmerInnen. Im Moment haben wir noch keine abschließende Entscheidung getroffen, aber es gibt Interesse an den Themen
(aktueller) Sozialabbau, an der Diskussion um (das Ende der) Arbeitsgesellschaft und an Aktionen.


Ökonomisches Frühstück

Im Frühjahr 2003 gab es bei Schöner Leben Göttingen verstärkt Diskussionen rund um das Themenfeld „Politische Regression“. Regression beschreibt gemäß Duden Fremdwörterbuch einen „allmählichen Rückgang“ und meint in diesem Zusammenhang das gleichzeitige Zurückfahren von bürgerlichen Freiheitsrechten und sozialen Standarts. Wir wollten der Frage nachgehen, ob beide in einem logischen Zusammenhang stehen, sich vielleicht gegenseitig bedingen oder dergleichen mehr.

Als Ausfluss daraus gab es dann im Sommer ein Seminar zur politischen Ökonomie, in dessen Verlauf neoliberale und keynesianische Wirtschaftspolitik im Kontext marxistischer, feministischer und diskurstheoretischer Ökonomiekritik diskutiert wurde. Offen blieb am Ende die Frage nach dem tendenziellen Fall der Profitrate und deren Bedeutung für die erwähnte „Politische Regression“.

Seit Herbst 2003 firmiert die AG „Politische Regression“ als „Ökonomisches Frühstück“ und trifft sich regelmäßig in gemütlicher Runde, um die Diskussion um die Reformierbarkeit des Kapitalismus, die Sinnhaftigkeit realpolitischer Forderungen an die Politik und die Notwendigkeit einer Emanzipatorischen Transformation zu voranzutreiben. Derzeit beschäftigen wir uns vor allem mit den Thesen der Gruppe Krisis.


Schöner Lernen

Nach dem eine Vollversammlung Göttinger Studierender am 24.11.2003 einen sog. "Aktionsstreik" beschlossen hat, gründete sich schon einen Tag später "Schöner Lernen". Hier trafen sich alle diejenigen, die gerne SL-Positionen in den Streik hineintragen wollten. Aufgrund der oftmals dumpfen Standortrhetorik und der beharrlichen Weigerung jeglicher Reflektion von Seiten vieler Studierender, hatten wir auch einiges zu tun.

Zunächst haben wir ein Flugblatt mit dem Titel "Die Uni muss sterben damit wir leben können" veröffentlicht (auch als PDF abrufbar). Darin versuchen wir, die innerhalb der Universität wirksamen Herrschaftsmechanismen ebenso wie die Einbindung der Universität in gesellschaftliche Herrschaftsstrukturen zu kritisieren.

Dann haben wir am 03.12.2003 eine Diskussion mit AktivistInnen der letzten 5 Unistreiks veranstaltet.

Nachdem am 08.12.2003 die Uni-Leitung die Räumung des als Freiraum "besetzten" Oeconomicums angeordnet hatte, haben wir versucht, unsere Sicht auf diesen Vorgang in dem Flugblatt "Warum wurde das Oeconomicum von der Polizei geräumt" dazustellen.